Für Christen

Naturheilkunde aus christlicher Sicht

Bibel als Symbol für Naturheilkunde aus christlicher Sicht

Als Christ und Naturheilpraktiker ist es mir ein wichtiges Anliegen, meine Arbeit am Wort Gottes zu prüfen. Mein biblischer Glaube an den HERRN Jesus Christus bildet dabei die Grundlage meiner persönlichen Haltung und meiner Arbeit.

Naturheilkunde und Esoterik sind nicht dasselbe. Es gibt Menschen, die naturheilkundlich arbeiten und gleichzeitig esoterische oder okkulte Überzeugungen und Praktiken einbeziehen. Dasselbe kann jedoch auch bei Ärzten, Psychologen oder anderen Therapeuten vorkommen, ohne dass dadurch deren Fachgebiet selbst esoterisch wird.

Ein Stoff, ein Gegenstand oder ein natürlicher Vorgang ist nicht von sich aus esoterisch oder okkult. Auch Begriffe wie Energie, Schwingung oder Frequenz sind zunächst wertfrei und beschreiben gewöhnliche physikalische Vorgänge. Ebenso ist etwas nicht deshalb esoterisch, weil seine Wirkungsweise noch nicht vollständig erforscht ist. Nicht das Unbekannte oder Unerforschte ist das Problem.

Eine geistliche Grenze wird dort überschritten, wo natürlichen Dingen eine vermeintliche geistliche oder übernatürliche Bedeutung zugeschrieben wird oder Menschen durch Rituale, Wahrsagerei, Sterndeutung, Geisterbefragung, Beschwörungen oder andere Praktiken versuchen, die Zukunft vorherzusagen, geistliche Führung zu erhalten oder entgegen dem Willen Gottes eigenmächtig Einfluss auf die geistliche Welt zu nehmen.

Während meiner Ausbildung habe ich mich intensiv mit diesen Fragen und den von mir angewendeten naturheilkundlichen Verfahren auseinandergesetzt. Daraus ist ein ausführliches Dokument entstanden, in dem ich verschiedene Verfahren erkläre und aus biblischer Sicht untersuche. Wer sich vertieft mit diesem Thema beschäftigen möchte, kann das vollständige Dokument hier kostenlos lesen oder herunterladen.

Warum lehne ich Esoterik und Okkultismus dennoch so entschieden ab? Bereits die Herkunft der Begriffe ist interessant. „Esoterik“ geht auf das griechische esōterikos zurück, einen bereits in der Antike verwendeten Begriff für das „Innere“ bzw. das, was zum inneren Kreis gehört. „Okkult“ stammt vom lateinischen occultus und bedeutet „verborgen“, „versteckt“ oder „geheim“. Esoterik und Okkultismus sind nicht genau dasselbe, überschneiden sich jedoch stark.

Ein grundlegender Unterschied zum christlichen Glauben liegt im Gottesbild. Der Gott der Bibel ist keine unpersönliche Energie, kosmische Kraft oder ein höheres Bewusstsein. Er ist der persönliche, lebendige Gott und Schöpfer des Menschen.

Auch die geistliche Welt ist nach der Bibel kein Bereich, mit dem der Mensch beliebig experimentieren sollte. Die Bibel spricht von bösen geistlichen Mächten und Dämonen und warnt ausdrücklich vor Wahrsagerei, Geisterbefragung, Beschwörungen und vergleichbaren Praktiken (vgl. 5. Mose 18,9–14).

Was heute beispielsweise als Kontakt zu „Lichtwesen“, „geistigen Führern“ oder vermeintlich wohlwollenden Geistwesen verstanden wird, muss deshalb aus biblischer Sicht ernst genommen werden. Dass sich etwas als gut, liebevoll oder lichtvoll darstellt, bedeutet nicht, dass es von Gott kommt. Die Bibel warnt ausdrücklich davor, dass sich selbst Satan als „Engel des Lichts“ verstellen kann (vgl. 2. Korinther 11,14).

Ein weiteres grundlegendes Problem sehe ich in der starken Ausrichtung vieler esoterischer Vorstellungen auf das eigene Ich: meine Energie, meine Entwicklung, meine Wünsche, meine Selbstverwirklichung, meine Heilung, meine Erkenntnis und meine Wirklichkeit. Geistliches wird dabei leicht zu einem Mittel für die eigenen Ziele.

Darin liegt ein entscheidender Gegensatz: Im esoterischen und okkulten Denken versucht der Mensch häufig, sich geistlicher Kräfte für seine eigenen Ziele zu bedienen. Im biblischen Glauben versucht der Mensch nicht, Gott für seinen eigenen Willen zu gebrauchen, sondern ordnet seinen Willen Gott unter.

Wenn das eigene Ich und die eigene Vorstellung davon, wie das Leben sein sollte, zum höchsten Massstab werden, wird es zunehmend schwieriger, eine Wirklichkeit anzunehmen, die nicht diesen Vorstellungen entspricht. Die Bibel zeigt dagegen ein realistisches Bild des Menschen: Wir leben in dieser Welt nicht in einem vollkommenen Zustand. Wir altern, können krank werden und müssen schließlich sterben. Natürlich sollen wir Krankheiten behandeln und verantwortungsvoll für unsere Gesundheit sorgen. Aber wir können die Realität unseres Menschseins nicht durch geistliche Vorstellungen überwinden.

Ein extremes Beispiel dafür ist die sogenannte „Licht-“ oder „Luftnahrung“, bei der Menschen glaubten, ohne gewöhnliche Nahrung allein von „Prana“ oder Licht leben zu können. Hier wird die eigene geistliche Vorstellung über die körperliche Wirklichkeit gestellt – mit potenziell lebensgefährlichen Folgen.

Wo das eigene Ich zum höchsten Massstab wird, kann auch der Mitmensch aus dem Blick geraten. Wenn sich immer mehr darum dreht, was mir guttut, was ich brauche und was meiner Entwicklung dient, besteht die Gefahr, dass die Bedürfnisse und Nöte anderer Menschen zunehmend weniger wahrgenommen werden. Aus Selbstbezogenheit kann tatsächlicher Egoismus entstehen.

Ich kann hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen sprechen: Ich habe bisher nicht erlebt, dass esoterische oder okkulte Wege Menschen langfristig zu wirklicher Freude, Frieden und Liebe geführt hätten. Vielmehr habe ich wiederholt erlebt, dass eine kurzfristige Befriedigung – das Gefühl, etwas erreicht, erkannt oder wieder unter Kontrolle gebracht zu haben – langfristig von neuen Problemen, Ängsten oder Abhängigkeiten abgelöst wurde.

Das biblische Gegenbild ist dabei weder Selbstvergötterung noch Selbstverachtung. Jesus zeigt eine klare Ordnung: Zuerst Gott lieben und danach den Nächsten wie sich selbst (vgl. Matthäus 22,37–39). Auch die eigene Person, die eigene Gesundheit und die eigenen Bedürfnisse haben ihren Platz. Aber das eigene Ich wird nicht zum höchsten Massstab.

Der Mensch muss nicht seine eigene Wirklichkeit erschaffen, alles kontrollieren oder sich selbst erlösen. Der biblische Glaube führt weg von der ständigen Beschäftigung mit dem eigenen Ich und hin zum HERRN Jesus Christus. Deshalb haben Esoterik und Okkultismus in meiner Praxis keinen Platz.

Diese klare Haltung ist jedoch keine Ablehnung von Menschen. Meine Praxis steht allen Menschen offen, unabhängig von ihrem persönlichen Glauben oder ihrer Weltanschauung. Wer darin keinen Grund zur Ablehnung sieht, ist bei mir herzlich willkommen. Im Mittelpunkt stehen der Mensch und seine gesundheitlichen Anliegen.

Wenn mich jemand von sich aus auf meinen Glauben anspricht oder Fragen zum Evangelium hat, bin ich gerne zu einem persönlichen Gespräch bereit. Solche Gespräche sind für mich keine therapeutische Leistung und werden nicht in Rechnung gestellt. Das Evangelium ist keine käufliche Leistung.

Prüft aber alles, das Gute haltet fest.

1. Thessalonicher 5,21

Das Dokument steht Ihnen hier kostenlos zum Lesen und Herunterladen zur Verfügung.

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